Gut gerüstet für den neuen Weg
20 Absolventinnen der Hauswirtschaft erhalten ihre Zeugnisse

Nach einer Schulzeit von 18 Monaten wurden 20 Studierende aus den Landkreisen Fürstenfeldbruck, Dachau und Landsberg als "Fachkräfte für Ernährung und Haushaltsführung" verabschiedet. Schulleiterin Marianne Heidner und Semesterleiterin Margit Maier überreichten am letzten Schultag die Zeugnisse.

Mit großem Interesse und Fleiß haben die Studierenden die vielfachen Anforderungen gemeistert – und das neben ihren Aufgaben in Beruf und Familie und unter den besonderen Umständen im letzten Jahr. Das Semester startete im Jahr 2019 noch ganz normal – Unterricht in Theorie und Praxis.

Verschiedene Unterrichtsformen

Inhalte wie Ernährungslehre, Haushalts- und Finanzmanagement, Hausgartenbau und Familie und Soziales kombiniert mit Praxisunterricht in der Küche, in Haus- und Textilpraxis zeigten die Vielfalt der Aufgaben in der Hauswirtschaft.
Nach einem halben Jahr kam dann der Lockdown, es folgten verschiedene Formen des Unterrichts zu Hause, in Präsenzform mit vielen Hygienevorschriften, in Hybridform, mit Abstandsregelungen, in Gruppen und über Videokonferenzen. Die fachlichen Inhalte konnten trotzdem umfangreich vermittelt werden.

Viele Höhepunkte
Viele Highlights bleiben den Absolventinnen in Erinnerung. In den eineinhalb Tagen pro Woche, verteilt über eineinhalb Jahre, konnten sie die Theorie und Praxis der Haushaltsführung lernen, erproben und anderen Unternehmungen über die Schulter schauen, etwa bei Exkursionen auf landwirtschaftliche Betriebe, eine Direktvermarktung, ein Hofcafé und ein Urlaub auf dem Bauernhof-Betrieb. Eine Belohnung war, dass das Semester im bayernweiten Wettbewerb der Landwirtschaftsschulen zum Thema Biodiversität den ersten Platz errungen hat und Gold-Sieger geworden ist!

Die Hauswirtschaftsschule Fürstenfeldbruck ist Gold-Sieger

Zuversichtlich schickte Schulleiterin Marianne Heidner die Frauen auf den Weg, um das erworbene Know-how in Haus und Familie ebenso wie in hauswirtschaftlichen Arbeitsfeldern umzusetzen. "An Arbeitsplätzen wie Tagungshäusern, hauswirtschaftlichen Großbetrieben, Privathaushalten, im Hofladen oder im Hof-Café des landwirtschaftlichen Betriebes werden Ihr Wissen und Ihre praktische Erfahrung erwartet und geschätzt. Nicht zuletzt freut sich Ihre eigene Familie als erste Nutznießer der Ausbildung. Hauswirtschaft ist die Arbeit, die in den Familien stattfindet. Wenn es den Familien gut geht, geht es dem Lande gut. Durch Ihre Ausbildung leisten Sie deshalb einen Beitrag zur Stabilisierung der Familien und zum Wohle des Landes."
Hervorragende Gesamtergebnisse
Die Studierenden meisterten alle Prüfungen und erzielten hervorragende Gesamtergebnisse. Klassenbeste wurde Claudia Möstl aus Dießen am Ammersee mit dem hervorragenden Abschluss von 1,11; Zweitbeste wurde Regina Wörle aus Moorenweis mit einem Abschluss von 1,22. Den dritten Platz teilen sich Franziska Eisenhofer aus Welshofen mit Sabine Kappelmeir aus Unterschweinbach mit der hervorragenden Abschlussnote von 1,33.

Ehemalige Studierende der Fachschule für Ernährung und Haushaltsführung geben einen Einblick

Anna Patzelt

Anna Patzelt

Warum haben Sie sich für die Schule entschieden?
Anna Patzelt: Ich habe mich ganz spontan entschlossen, die Hauswirtschaftsschule zu besuchen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt überlegt, einmal eine Alpenvereinshütte zu pachten, wofür man Küchenkenntnisse benötigt. Zudem hatte ich Lust, neben meiner Arbeit etwas Neues zu lernen, das ich im Leben auch wirklich brauchen kann und das sehr viel Praxis beinhaltet.
Sabine Kappelmeir: Die Fächer Ernährungslehre, Küchenpraxis und Haus- und Textilpraxis haben mich sehr interessiert. Um einen besseren Ein- und Überblick in die Tätigkeiten einer Hauswirtschafterin zu erhalten und um meinen eigenen Haushalt effizient (Zeitmanagement) führen zu können.
Meine Mama ist auch Hauswirtschafterin. Von ihr konnte ich viele Dinge lernen, die ich in der Hauswirtschaftsschule vertiefen konnte. Alltägliche Arbeiten wie z. B. Nähen, Kochen und Gärtnern machen mir Spaß. Ich wollte gerne mehr darüber erfahren.
In meinem Büro-Job arbeite ich viel am PC. Ich wollte etwas Praktisches lernen, da hat sich für mich die Hauswirtschaftsschule gut angeboten.
Was waren die Higlights der vergangenen einenhalb Jahre?
Anna Patzelt: Highlights für mich waren die Kräuterwanderung und die ersten Erfolge an der Nähmaschine.
Sabine Kappelmeir

Sabine Kappelmeir

Sabine Kappelmeir: Ich konnte in den Mitstudierenden Freunde finden. Der Austausch in der Schule, über Whatsapp oder über Webex hat viel Spaß gemacht. Wir sind untereinander gut vernetzt und können jederzeit gemeinsam Fragen rund um das Thema Haushalt klären. Der Einblick in die Haushalte und landwirtschaftlichen Betriebe der anderen Mädels war toll (z. B. Demeter-Betrieb Frau Kaindl). Die Lehrfahrten waren toll. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Fahrt zur Straußenfarm. Ich konnte tolle landwirtschaftliche Betriebe kennenlernen.
Sie haben jetzt den Titel zur Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung. Was bringt Ihnen das für die Zukunft?
Anna Patzelt: Ich habe ein zweites Standbein, auf das ich jederzeit zurückgreifen kann. Vor allem mit dem Abschluss als Hauswirtschafterin habe ich die Grundlage für diverse Weiterbildungen, falls ich das möchte.
Sabine Kappelmeir: Ich möchte auf jeden Fall die Abschlussprüfung zur Hauswirtschafterin machen. Ich konnte in den 1,5 Jahren Hauswirtschaftsschule viel lernen. Die Dinge, die ich in dieser Zeit gelernt habe, kann ich mein ganzes Leben umsetzen.
Welche Tipps können Sie dem neuen Jahrgang mitgeben?
Anna Patzelt: In der Küche cool bleiben – man wird besser mit der Zeit! :)
Sabine Kappelmeir: Mit ganzem Herzen dabei sein. Nicht aufgeben, wenn es mal schwierig wird. Die Schule stellt mit 12 Wochenstunden teilweise eine große zeitliche Belastung dar, aber Durchhalten lohnt sich. Regen Kontakt mit den anderen Studierenden pflegen. Viel zu Hause ausprobieren, auch die Tätigkeiten, die einem im ersten Moment vielleicht nicht so liegen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Fragen immer gleich stellen, wir haben so tolle Lehrerinnen, die wir immer alles fragen können.