Wuchshüllen aus Furnier

Verbissschutzhüllen aus PlastikZoombild vorhanden

Foto: Klaus Schreiber

In den letzten Jahren hat der Einsatz von Wuchshüllen und Wuchsgittern im Wald deutlich zugenommen. Diese Wuchshüllen werden in absehbarer Zeit zu Abfall und müssen lt. Gesetz dann ordnungsgemäß entsorgt werden.

Dies wird ein nicht unerheblicher Aufwand für Sie als Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer und es ist zu vermuten, dass auch Kosten für die Entsorgung anfallen werden. Wenn die Hüllen nicht rechtzeitig abgebaut und eingesammelt werden, wird das Material spröde und zerbröselt. Das führt zu großen Mengen Plastikmüll bzw. Mikroplastik im Wald, was unbedingt zu vermeiden ist.

Zukünftig werden Fördermaßnahmen nach einer Pflanzung nur möglich sein, wenn Wuchshüllen, Wuchsgitter bzw. Zaunmaterial, das nicht mehr für den Schutz der Pflanzen nötig ist, auch entsorgt worden ist. Um diesem Aufwand und den Kosten aus dem Weg zu gehen hat ein Schreinermeister aus Bayern eine neue Wuchshülle aus Fichtenfurnier ausgetüftelt.
"Ich habe sofort zum Probieren und Anschauen einige Exemplare für Laub- und Nadelholz bestellt und sie mit Kolleginnen und Kollegen aufgestellt. Die Furnierwuchshüllen benötigen nur einen Pfahl und werden daran entweder mit „Holz-Kabelbindern“ oder auch mit Draht oder normalen Kabelbindern (dann darf man allerdings das Aufschneiden und Einsammeln der Kabelbinder bzw. des Drahts nicht vergessen, sonst wächst es ein) befestigt", erklärt Anita Ottmann das Vorgehen.
Und so geht´s:
Vor dem Aufbau müssen die Hüllen gewässert werden, da sie sich trocken schlecht rollen lassen. Die Hüllen werden flach geliefert und sollten ein paar Minuten im Wasser liegen. "Ich habe eine große Luftpolsterfolie mit in den Wald genommen und daraus eine Wanne gebaut. Mit einer festen Wanne ist es sicher komfortabler. Mit der Folie muss man sehr aufpassen, dass einem das Wasser nicht abhanden kommt. Wir haben im Mai gearbeitet, da war es schon warm, deshalb ging es gut ohne Handschuhe. Wenn man aber bei kühlen Temperaturen pflanzt, sollte man unbedingt Gummihandschuhe mitnehmen, sonst frieren einem vermutlich schnell die Finger ab," rät Ottmann.
Es gibt sie in einer Version für Laubholz mit einem Baumwollgewebe (Foto) oder ohne Gewebe für Nadelholz. Die Haltbarkeit soll laut Hersteller 6 bis 8 Jahre sein. Wenn sie mit einem sich sicher zersetzenden Material befestigt werden, ist kein Abbau der Hüllen notwendig, da sie nur aus verrottbaren Materialien bestehen. Das wäre ein echter Vorteil für Umwelt und Waldbesitzer. Der Preis ist nicht viel höher als eine herkömmliche Hülle. Zumindest wenn man eine größere Stückzahl bestellt.
Um den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern einen probeweisen Einsatz der neuartigen Wuchshüllen zu erleichtern, bieten die Waldbesitzervereinigungen in unserem Amtsbereich ihren Mitgliedern die Hüllen zu einem attraktiven Preis an. Allerdings stehen die Wuchshüllen für die Herbstpflanzung noch nicht zur Verfügung, da die Herstellerfirma erst im Frühjahr 2022 entsprechende Stückzahlen liefern kann.
"Ich hoffe sehr, dass die Haltbarkeit wie angegeben ist", wünscht sich Anita Ottmann, "dann wäre dieses Produkt eine umweltfreundliche Alternative." Und eine Bitte äußert Ottmann noch: "An alle, die schon alte Wuchshüllen, Fegeschutz oder auch alte Zäune auf ihren Waldflächen haben: Packen Sie es an und entfernen Sie den Abfall aus Ihrem Wald! Ihre Kinder und Enkel werden es Ihnen danken. Fegeschutzspiralen und Wuchshüllen, die schon zerfallen sind sehr aufwändig einzusammeln!"